Individuelle Förderung                                                                 

 

 

 

„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung. Dieses Recht wird nach Maßgabe dieses Gesetzes gewährleistet.“

 

(Schulgesetz für das Land NRW, § 1)

 

Individualisiertes Lernen und individuelle Förderung sind unabdingbare Bestandteile unserer Schule. Beide Konzepte gehen von der individuellen Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler[1] aus und finden im Regel- und/ oder Ergänzungsunterricht statt.

 

Was bedeutet individuelle Förderung?

 

Individuelle Förderung bedeutet, jeden Schüler gemäß seiner individuellen Fähigkeiten und Interessen zu fördern. Die Förderangebote richten sich sowohl an Schüler mit besonderer und durchschnittlicher Begabung als auch an leistungsschwache Schüler, die ihre schulischen Defizite ausgleichen möchten.

 

Die Angebote der individuellen Förderung sind vielfältig und decken ein breites Spektrum unterschiedlicher Fördermöglichkeiten ab. Die Teilnahme an einigen dieser Angebote ist verpflichtend (fachspezifischer Förderunterricht), in der Regel jedoch freiwillig (Schüler helfen Schülern, Friedensstifter, Sanitäter, Schulband, Vocal Gang, Fußball AG, Rechtskunde AG, Theater AG, Kunst AG etc.). Meist liegt die Entscheidung für eine Teilnahme also beim Schüler selbst. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Beratung durch die Lehrer zu. Diese helfen, die Stärken und Schwächen der Schüler zu erkennen.

 

Individuelle Förderung an der Städtischen Realschule Datteln

 

An unserer Schule gibt es bereits viele Angebote außerhalb des Regelunterrichts, die im Konzept „Individuelle Förderung“ zusammengefasst sind.

 

Im Förderunterricht werden Schwächen ausgeglichen. In AGs und in Wettbewerben (Vorlesewettbewerb, Känguru Wettbewerb (Mathematik)) erfolgt eine Förderung der Stärken. Ebenfalls durch AGs, die Drogenprävention, das Betriebspraktikum oder die Mitarbeit in Schulgremien (SV, Fachkonferenzen, Schulkonferenz) wird soziale Orientierung vermittelt. Zudem führen wir zahlreiche Maßnahmen durch, um Schüler zu beraten und ihren Förderbedarf zu ermitteln (Erprobungsstufenkonferenzen, Lern- und Förderempfehlungen, individuelle Förderplangespräche mit versetzungsgefährdeten Schülern (neu ab dem 2.Halbjahr 2017), Online-Diagnose (neu ab dem Schuljahr 2015/2016)). Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Festlegung von Zielschwerpunkten, der zentralen Erfassung und der Honorierung durch Teilnahmebescheinigungen.

 

 

 

Förderkreislauf an der Realschule Datteln

 

Zum Schuljahr 2015/ 2016 wird an der RSD individuelle Förderung mithilfe eines Förderkreislaufes weiter systematisiert. Dieser - auf einer Onlinediagnose basierende - Kreislauf ist zunächst als Konzept für die Jahrgänge 5 & 6 ausgelegt und gestaltet sich wie folgt:

 



[1] Im Sinne einer Vereinfachung der Darstellung beinhaltet im weiteren Verlauf die Pluralform „Schüler“ sowohl Schülerinnen als auch Schüler.

 

 

In der Diagnosephase erfolgt zu Beginn des Schuljahres ein Test in allen Hauptfächern. Die Diagnosetools werden von den einzelnen Fachschaften ausgewählt und liefern eine zentralisierte Auswertung über Stärken und Schwächen in den Basiskompetenzen.

 

Speziell auf die einzelnen Schüler zugeschnittenes Fördermaterial wird in einer eigens dafür eingerichteten Förderstunde vom Schüler selbstständig bearbeitet und mithilfe der Lehrer reflektiert.

 

Die Wirkungsanalyse erfolgt anhand von Nachtests, in denen dann zunehmend auch neue Stoffgebiete geprüft werden. Entsprechend erhalten alle Schüler gemäß ihrer Stärken und Schwächen in regelmäßigen Abständen neues Fördermaterial.

 

Individuelle Förderung bedarf einer angemessenen Auswahl von Methoden. Im Bereich des kooperativen Lernens hat bereits eine schulinterne Lehrerfortbildung stattgefunden und die erworbenen Kenntnisse finden Einsatz in vielen Unterrichtsstunden. Der 60-Minuten-Takt begünstigt die Umsetzung der Methodik genauso wie das Lehrerraumprinzip, das die Verfügbarkeit der notwendigen Materialien entschieden vereinfacht.

 

 

 

COOP – Zusammen halten und zusammen arbeiten

 

In Klasse 5 und 6 wird eine Wochenstunde COOP unterrichtet. Hier werden soziales und methodisches Lernen verknüpft. Im sozialen Bereich wachsen die Klassen langsam zusammen, finden eigene Klassenregeln, erkennen gruppendynamische Prozesse und lernen sich selbst, die Mitschüler und die Schule besser kennen. Der Zusammenhalt wird durch entsprechende Methoden unterstützt: Der Fokus liegt hier auf kooperativen Lernformen, sodass die Schüler schnell und frühzeitig erkennen, dass sie gemeinsam in immer variierenden Konstellationen lernen und von ihren Mitschülern  profitieren können.

 

GRIN – Grundkurs Informatik

 

War der GRIN Kurs bisher in Klasse 7 installiert, wird er nun im Schuljahr 2016/17 auf die Klassenstufe 6 ausgeweitet. Die wachsende Digitalisierung und der zunehmende Computer-/ Handykonsum fordert eine früher einsetzende Auseinandersetzung mit dem Medium Computer. Grundkenntnisse in der Nutzung des Internets und von Standardsoftware in Vorbereitung auf kommende Präsentationen im Fachunterricht werden in einer Wochenstunde erworben. Ein weiterer Grund für die Vorverlegung ist aber auch die Tatsache, dass Informatik ab Klasse 7 als Wahlfach angeboten wird. 

 

Fit in … - Trainingsstunden

 

In den Jahrgängen 7 – 9 ist jeweils eine Wochenstunde für die gesamte Stufe geblockt.  In dieser Stunde stehen für jede Stufe Förder- bzw. Forderangbote statt. Die Förderung erfolgt in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Die einzelnen Kurse bieten unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte, damit die Schüler entsprechend ihrer Bedürfnisse unterrichtet werden können. Um eine bedarfsgerechte Förderung sicherzustellen, ist der Wechsel eines Kurses im laufenden Schuljahr möglich und unter Umständen sogar wünschenswert. Die Durchlässigkeit und Flexibilität des Systems sind unbedingt anzustreben und Grundstein für den Erfolg des Systems. Nach den Klassenarbeiten wird prinzipiell eine Prüfung der Kurszuteilung vorgenommen.

 

Jugendliche, die in den oben aufgeführten Fächern keine Probleme haben, haben je nach personellen Ressourcen die Möglichkeiten Angebote wahrzunehmen, die über das übliche Unterrichtspensum hinausgehen (Vorbereitung auf Wettbewerbe, Teilnahme an Ausschreibungen, Projekte etc.). Hinzu kommt die Variante, leistungsstarke Schüler als Helfer in den Trainingskursen einzusetzen. Der soziale und auch vertiefende Lerneffekt ist hier für die starken Schüler enorm und für die leistungsschwächeren Schüler ergibt sich in diesen Konstellationen oft ein neuer Zugang zum Stoff.

 

 RESET Neustart - Gespräche

 

Die RESET –Gespräche sind ein neues Beratungsangebot der Städtischen Realschule ab dem Schuljahr 2016/17, das sich an Wiederholer und Seiteneinsteiger richtet und eng mit dem Lerncoaching – Angebot verknüpft sein wird. Das Ziel ist es hier vorrangig, diesen Schüler einen Neustart zu ermöglichen, sie zu ermutigen, zu stärken und gemeinsam Wege und Strategien zu entwickeln, die die Integration in die neue Klasse und einen Lernerfolg sichern.