Man sieht nur mit dem Herzen gut

 

Letzten Donnerstag bot das „Theater der Dämmerung“ den Sechst- und Siebtklässlern der Städtischen Realschule mal einen anderen Deutschunterricht, die märchenhafte Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.

 

Das Ungewöhnliche an dieser Inszenierung ist, dass Regisseur Friedrich Raad das Stück als Schattentheater mit beweglichen Scherenschnittfiguren spielt. Während er selbst als Sprecher in einigen Szenen vor der Bühne als König, Eitler, Laternenzünder und Geograf in Erscheinung tritt, wird die Scherenschnittfigur des kleinen Prinzen hinter der Leinwand von Dimitri Lermann geführt. Dabei konnte das eingespielte Duo mit dem harmonischen Zusammenwirken von hochbeweglichen Scherenschnittfiguren und farbigen Bühnenbildern, gefühlvollen Lichteffekten und stimmungsvoller Musik sowie dem lebendigen Erzählstil der Geschichte des kleinen Prinzen die Schülerinnen und Schüler begeistern.

„Wir steigen im achten Kapitel ein, das vom Leben des kleinen Prinzen auf seinem winzigen Planeten berichtet. Eine Rose mit vier Dornen verändert sein Leben. Er erfährt das Entzücken der Liebe und, da die Rose ihn mit ihrer Eitelkeit quält, auch bald den Schmerz“, erklärte Friedrich Raad zum Einstieg.

Verletzten Herzens verlässt der kleine Prinz schließlich seinen Planeten und reist über bewohnte Asteroiden zur Erde. Dort durchquert er die Wüste und schließt Freundschaft mit einem Fuchs. Als guter Freund offenbart dieser dem kleinen Prinzen die Einzigartigkeit seiner Rose und gibt ihm ein Geheimnis mit auf den Weg: „Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut.“

Der große Applaus am Ende der jeweils einstündigen Veranstaltung war der Dank der Schülerinnen und Schüler an das engagierte Duo, das zum Schluss auch noch zahlreiche Schülerfragen beantwortete.